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Wirtschaft und Politik Sambias

Die eigenständige Politik und Wirtschaft Sambias konnte erst nach dem Ende der Kolonialära und der Formierung des neuen Staates Sambia aufgebaut werden. Der Staat ist maßgeblich auf der 1991 nach dem Sturz Kaundas, ratifizierten Verfassung aufgebaut. In den Jahren nach der Unabhängigkeit hatten die Sambier mit unterschiedlichen politischen Ideologien ihrer Herrscher zu leben, was sich auch innerhalb des aktuellen politischen Systems ausdrückt.

Die Wirtschaft des Landes hat sich seit Beginn der Unabhängigkeit verändert. Während der Kolonialzeit wurde fast ausschließlich Bergbau betrieben. Vor allem der Abbau von Kupfer in der Copperbelt-Region machte Sambia zum weltweit größten Produzenten und Exporteur von Kupfer – ließ die gesamte Region allerdings wirtschaftlich ausbluten. Die langfristig spürbare Misswirtschaft in den Kolonialjahren ist auch heute noch zu spüren.

Wirtschaft Sambias

Sambias Exportwirtschaft wird von metallischen Rohstoffen wie Kobalt und Kupfer dominiert. Die Deviseneinnahmen von diesem Wirtschaftsbereich betragen bis zu 95% der Gesamteinnahmen. Der primäre Sektor der Rohstoffgewinnung und Landwirtschaft dominiert seit der Kolonialzeit sehr stark – wobei der sekundäre (verarbeitendes Gewerbe) und tertiäre Sektor (Dienstleistungen) nur eine untergeordnete Rolle spielen.

Nachdem Sambia in den 70er Jahren eines der reichsten Länder im subsaharanischen Raum war, wurden große Kredite zum Aufbau des Landes aufgenommen. Nachdem die Weltmarktpreise für Rohstoffe in den Keller fielen, kamen die Einnahmen den Ausgaben nur noch hinterher, indem weitere Kredite beantrag wurden. An diesem Punkt schnappte die Schuldenfalle zu, in der sich das Land auch heute noch befindet.

Landwirtschaft in Sambia

Obwohl knapp 80% der Sambier ihre Existenzgrundlage in der Landwirtschaft haben, trägt dieser Sektor nur zu 20% zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Dies liegt zum Großteil an der betriebenen Subsistenzwirtschaft – dem Erwirtschaften der Nahrungsmittel welche ausschließlich für den eigenen Verbrauch vorgesehen sind. Ein Großteil der männlichen Bauern muss allerdings für den monetären Erwerb noch einer Lohnarbeit nachgehen. An dem geringen Anteil am BIP können weiterhin die Kleinbauern und Agrargenossenschaften (Emergent Farmers) verantwortlich gemacht werden: zwar verkaufen sie einen Großteil ihrer Erträge, jedoch lassen veraltete Anbaumethoden (Brandrodung oder Wanderfeldbau) und Hilfsmittel nicht die erwünschten Ernteerträge zu.

Neben den Klein- und Subsistenzbauern existieren noch die kommerziellen Großunternehmen, welche intensiv Ackerbau und Viehzucht betreiben. Die hier erzielten Erträge sind hoch, können allerdings nicht dazu beitragen, dass der Landesbedarf an Grundnahrungsmitteln gedeckt wird.

Die wichtigsten Anbauprodukte sind Obst, Mais, Zuckerrohr, Maniok, Baumwolle, Erdnüsse, Weizen und Tabak. In geringerem Maße werden Süßkartoffel, Blumen und Sonnenblumenkerne produziert. Die Fleisch- und Milchproduktion dient allein dem Eigenbedarf, der in Sambia sehr gering ist.

Bergbau in Sambia

Der Kupferabbau im Copperbelt trägt zum größten Wirtschaftszweig Sambias bei. Hier lagern 6% der Weltvorkommen auf einer kleinen Fläche. Die bei der Verhüttung des Erzes entstandenen Nebenprodukte, wie Kobalt, Silber, Kadmium und Selen sowie weitere Bergbauprodukte (Kohle, Gips, Zink, Blei u.a.) sind weitere Bestandteile der Exportmasse. Nachdem die Preise für Rohstoffe in den 70er Jahren stark zurückgegangen sind, hatte sich der Weltmarktpreis für Kupfer im Jahre 2004 um 50% erhöht. Die schon vorhandenen sambischen Minen arbeiteten bis 2009 auf Hochtouren und produzierten bis zu ½ Mio. Tonnen pro Jahr. Durch die weltweite Wirtschaftskrise fiel der Kupferpreis jedoch wieder in den Keller und liess die Produktionen größtenteils stoppen.

Tourismus in Sambia

Die touristischen Attraktionen in Sambia beherbergen für die innerstaatliche Wirtschaft ein großes Potential. Der Tourismus als Devisen bringender Wirtschaftsfaktor ist zwar noch ausbaufähig, steigert jedoch jährlich seine Einkünfte. Die Angebote reichen von individuellen Reiserouten über Kanu- und Wildwasserfahrten bis hin zu typischen Safaris. Mit den Victoria-Fällen, der Geschichte David Livingstones, traditionell lebenden Gemeinschaften und vielen fantastischen Nationalparks besitzt Sambia einige wichtige Attraktionen, die Qualität versprechen. Durch die innenpolitische Krise im Nachbarland Simbabwe konnte Sambia die Touristen aufnehmen, welche nicht in ein Land, das diktatorisch regiert wird, fahren wollen.

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Politik Sambias

Der heutige Staat Sambia seit ist seiner Unabhängigkeit 1964 eine Präsidialrepublik, auf der Basis einer Verfassung von 1991.

Legislative in Sambia: Das Parlament (National Assembly) repräsentiert die staatliche Legislative. Es besteht aus 150 Mitgliedern und wird in einem Turnus von fünf Jahren gewählt. In diesem Rhythmus wird auch der Präsident gewählt – mit der verfassungsgebenden Einschränkung von maximal einer Wiederwahl. Das allgemeine Wahlrecht besteht ab einem Alter von 18 Jahren.
Neben dem Parlament gibt es weiterhin das „House of Chiefs“ mit den darin befindlichen Volksgruppenvertretern. Das House of Chiefs hat allein vermittelnde und koordinierende Funktionen – gesetzgebende Maßnahmen können hier nicht ratifiziert werden.

Judikative in Sambia: Die Judikative ist dem europäischen Justizsystem sehr ähnlich. Sie ist politisch unabhängig und besteht aus einem Obersten Gericht, einem Hohen Gericht sowie verschiedenen Provinzgerichten. Alle diese arbeiten nach dem Modell der britischen Rechtsprechung. Weiterhin gibt es die traditionellen Gerichte, welche nach dem jeweiligen Stammesrecht Entscheidungen fällen, sowie die Rechtsprechungen durch die Oberhäupter jeweiliger Gesellschaftszusammenschlüsse (Clan, Gemeinschaft, Dorf).

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